Die Burg
Falkenstein
Lage und Aufbau der Burg:
Um
die Burgruine Falkenstein zwischen den nordhessischen Ortschaften Bad Emstal Sand
und Niedenstein zu erreichen, nutzt man am besten den
ausgeschilderten Wanderweg. Dieser führt durch den prächtigen
Mischhochwald und steigt sehr steil an bis zur Spitze der 462
Meter hohen Kuppe, einem der zahlreichen Basaltkegel hier am
waldüberzogenen Nordrand des alten Chatten- oder Hessengaus. Auf
dem schroffen Basaltfelsen befinden sich die Trümmer der Burg
Falkenstein.
Sie muss nicht groß gewesen, diese Burg, die schon im Nebel der
hessischen Frühgeschichte den Hessengrafen gehört haben mag.
Aber fest gefügt war der Bau, sonst hätten die noch aufragenden Mauerreste der Einwirkung von Sturm, Regen, Frost und
Sonnenhitze nicht widerstanden. Links
und rechts vom Höhenzug, der sich im Norden an den sogenannten Langenberg
anlehnt, blitzen die Bäche Ems und Wichoff.
Dreigegipfelt ist der Höhenzug. Diese nördlichste Erhebung, die
auf ihrer Spitzenklippe die Burg Falkenstein trägt, steht durch
eine breiten Sattel mit dem mächtigen, an den Seiten schroff
abfallenden Basaltergussplateau der Altenburg in Verbindung.
Hinter einer tiefen Einsenkung folgt die dritte, die südliche Erhebung,
der Emser Berg. Man kann da schon von einem sehr deutlichen
Bergriegel sprechen.
Die
Altenburg, eine der großen germanischen Volksburgen, Hauptfeste
der Chatten, wurde von einer Wehrline, heute ein Wall aus Erde und
Steinen, umgeben, die auch den Falkenstein miteinbezog. Als sich
500 Jahre später unter den Merowingern die fränkische Macht
konsolidierte und mehr noch unter den Karolingern zu einem starken
Reich fränkischer-chattischer Nation führte, in dem dann bereits
ab dem 11. Jahrhundert die Ritterburgen die Macht der kleinen und
kleinsten Territorialherren dokumentierten, wurde für den Bau der
Ritterburg Falkenstein nicht mehr das Plateau der Altenburg
benutzt, sondern die zeitgemäße Burg wurde auf sichere Höhe
gesetzt. Die durch die
Jahrhunderte anhaltende Kampfstellung der Erzbistums Mainz und der
weltlichen Grafschaft erforderte bei der lebensgefährlichen
Gemengelage von Mainzer und hessischem Besitz auf nordhessischen
Boden allenthalben, dem Gegner die Zufahrtswege zu seinen Besitzungen
zu verlegen. Keine Stelle im oder am östlichen Raum der Eder-Diemel
Wasserscheide erwies sich dafür als geeigneter als der
von der Natur vorgezeichnete Riegel Falksenstein-Emser Berg.
Man darf sich nur den Verlauf der aus dem Tal kommenden alten
Fahrwege nach Norden, nach Wolfhagen, ansehen. Sie laufen
sämtlich unter der steilen Ostseite des Falkensteins zusammen.
Dort biegt auch der schmale Burgweg ab, gemäß der mittelalterlichen
Vorschrift, wonach der Angreifer auf dem Burgweg die rechte, vom
Schild nicht abgedeckte Seite dem Verteidiger zukehren musste, in
südwestlicher Richtung ansteigend auf den kleinen Sattel, wo sich
die große Südklippe ansetzt. Er wendet hier scharf nach Norden
und erreicht nach etwa 100 Metern auf dem schmalen, rechts und
links abstürzenden Grat die Burg. Der Felskegel, auf dem sich die
Trümmer noch erheben, fällt nach Norden
und Osten sehr steil,
stellenweise senkrecht
ab, etwas weniger steil nach Westen.
Normal
zugänglich war die Burg aus- schließlich von Süden her, weil die
auf der
Seite von dem Felsmassiv ausgehende Felsklippe in Richtung
Südsüdost niedriger
wird. Sie ist allerdings nur wenige
Meter breit und schätzungsweise 500 Meter lang.
In
diesem felsigen und hohen Schutzbereich liegt der Burgbering. Die
bebaute Fläche war von runder Form und weniger als 30 Meter im
Durchmesser. Nach Süden schloss sich die Vorburg an. Sie war
schmal, etwas 40 Meter lang. Davon ist über dem Boden nichts
erhalten. Südlich davon, wenige Schritte vom Burgweg, lag das
Vorwerk, wir würden heute sagen, der Hof des Ritterguts. Jetzt
ist er ein vom Wald überzogener Steinhaufen. Was von der Burg
noch aufrecht steht, sind einige Teile vom Palasbau: ein etwa 11
Meter langes Stück der Südwand und auf der Ostseite zwei
schmale, hohe Mauerstücke, zwischen denen ein Fenster und, wie
aus Andeutungen erkennbar ist, wohl der Kamin vorhanden war. Die
beiden malerisch zum Himmel aufragenden Zacken genau über der
Basaltklippe geben das unverwechselbare Profil der Ruine. Sie sind
aber zugleich auch ihr gefährdetster Rest.
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Klippen an der Ostseite |

Reste der Palasmauer

Mauerstück mit Fenster
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