Liverollenspiel (engl. Live Action Role Playing, Abk. LARP) ist eine besonders intensive Form des Rollenspiels.

Beim Rollenspiel allgemein übernimmt der Spieler eine Rolle, er spielt eine andere, fiktive Person, den so genannten Charakter. Normalerweise finden solche Rollenspiele in der Fantasie der Mitspieler statt. Man sitzt dann zusammen und jeder Spieler sagt, was er als Charakter jetzt tun würde und durchläuft so ein Abenteuer. Bei Entscheidungssituationen, wie zum Beispiel im Kampf oder bei dem Einsatz von Fähigkeiten, wird bei solchen Rollenspielen gewürfelt, um eine Entscheidung herbeizuführen. Da solche Rollespiele meistens komplizierte Regelwerke besitzen und man immer Stift und Papier braucht, um alles zu notieren, wird diese Art auch als Pen-&-Paper-Rollenspiele bezeichnet.

Das Liverollenspiel hingegen geht einen bedeutenden Schritt weiter. Denn wo beim normalen Pen-&-Paper-Rollenspiel alles in der Phantasie abläuft, wird beim LARP jede Handlung, jede Rede wirklich dargestellt. Das heißt, man schlüpft quasi mit Geist und Körper in die Rolle seines Charakters und erlebt das Rollenspiel so viel intensiver. Konkret muss man sich das so vorstellen, dass die Spieler sich verkleiden, Kämpfe mit gepolsterten Waffen austragen und eben alle Aktionen auch wirklich ausführen. Natürlich wird auch beim Liverollenspiel immer noch viel Phantasie benötigt, wenn man zum Beispiel Magie oder andere arkane Dinge darstellen will. Allerdings versucht man, durch gute Darstellung (bei Magie z.B. durch pyrotechnische Effekte) einen glaubhafteren Eindruck der Handlung zu vermitteln. Das gilt letztendlich für alle Aktivitäten, die man nicht real durchführen kann, z.B. die Verwundung im Kampf, das anschließende Heilen und viele weitere Aktivitäten. Insofern ist LARP ein Theaterspiel. Es wird im LARP eine Rolle weitgehend ohne vorgegebenes Drehbuch dargestellt. Auf der anderen Seite heißt das aber auch, dass viele Aktionen, die beim Pen-&-Paper schwer zu handhaben sind und womöglich ausgewürfelt werden müssen, beim Liverollenspiel einfach vollzogen werden. Wo z.B. beim Pen-&-Paper gewürfelt werden muss, ob man unbemerkt an einem Gegner vorbeischleichen kann, so muss man eben beim LARP dann selbst vorbei schleichen. Ob man sich dann so laut ist wie ein Elefant oder leise wie eine Katze bewegt, hängt ganz alleine von den eigenen Fähigkeiten ab. Dies zeigt aber auch eine Einschränkung des Liverollenspiels. Wo beim Pen-&-Paper-Rollenspiel Charakter und Spieler voneinander getrennt sind, fließen beim LARP die Eigenschaften des Spielers in die des Charakters mit ein. Wer z.B. recht groß ist, wird beim LARP schwierig einen Zwerg darstellen können, oder wer ein wenig dünn ist, dürfte nicht glaubhaft einen muskelbepackten Helden darstellen können. Beim Pen-&-Paper-Rollenspiel wäre das kein Problem. Aber trotz dieser kleinen Einschränkung ist das Liverollenspiel eine Möglichkeit, Dinge zu erleben, von denen man nur geträumt hat. Situationen, die vielleicht beim Pen-&-Paper-Rollenspiel eher langweilig wirken können, z.B. ein Abend am Lagerfeuer, werden beim LARP zu ganz eigenen, besondern Erlebnissen. Wo hat man sonst die Gelegenheit, mit wirklich allen Sinnen in eine andere Welt einzutauchen?

Dies soll nur ein kurzer Einstieg in die Faszination des Liverollenspiels sein. Im Internet gibt es zahlreiche ausführliche Erklärungen dieses Spiels, siehe unten stehende Links.